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In der Kulturgeschichte der Menschheit tauchen Wale und Delfine weltweit als erste Mythen und göttliche Wesen auf; verkörpern sie Ur-Mutter Delphis, symbolisieren Himmel und Erde, Leben, Tod und Wiedergeburt. Zu keiner anderen Tierfamilie haben Menschen eine so emotionsgeladene Beziehung wie zu den Meeressäugern. Gleichzeitig sind die Tiere wissenschaftlich vergleichsweise wenig erforscht.
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Weißer Zügeldelfin vor La Gomera gesichtet
Am 1. April 2010 um 11.40 Uhr sichteten knapp 40 Gäste von Bord des Ausflugsschiffs „Excursiones Tina“ eine Seemeile vor Valle Gran Rey, La Gomera, einen Zügeldelfin-Albino. 20 Minuten hielt sich der weiße Delfin in unmittelbarer Nähe des Schiffs auf. Am 4. April wurde der Albino zum zweiten Mal gesichtet.
Der beobachtete Zügeldelfin ist ein ausgewachsenes, mindestens fünfjähriges Tier, das in einer Schule gemeinsam mit etwa einhundert Artgenossen lebt.
Bei Meeressäugern, Walen und Delfinen, ist Albinotismus eine extreme Seltenheit. Bei allen an Land lebenden Säugern ist statistisch jedes zwanzigtausendste Tier ein Albino. Bisher konnten jedoch nur wenige weiße Wale beobachtet werden. Vor der Küste Chiles1839 ein Pottwal, genannt „Mocha Dick“. Er wurde durch Melvilles Roman „Moby Dick“ weltberühmt. Seit 1995 lebt ein Buckelwal-Albino vor der australischen Küste. 2009 tauchte ein albinotischer Großer Tümmler im nordamerikanischen Salzsee Lake Calcasieu auf.
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Der Weltbestand der Zügeldelfine (Stenella frontalis) wird auf etwa 100.000 Tiere geschätzt. Der vor La Gomera gesichtete Delfin ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der einzige Albino seiner Art.
Albinos entstehen durch einen Gendefekt, der die Bildung des Farbstoffs Melamin ganz oder teilweise stört. Bei Melaminmangel können Haut und Haare ihre normalen Farben nicht ausbilden. Deshalb sind Albinos mehr oder weniger weiß. Es werden vier Typen Albinos unterschieden. Sie haben in der Natur erheblich geringere Überlebenschanchen als normal gefärbte Artgenossen. Bei Naturvölkern gelten Albinos als heilig und werden nicht gejagt.
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Vor der Südwestküste der Kanareninsel La Gomera liegt ein einzigartiges Meeresgebiet mit dem spanischen Namen Franja Marina. Es ist bisher als Schutzgebiet für den Grossen Tümmler und die Unechte Karettschildkröte ausgewiesen. Die Europäische Union fördert das Gebiet im Rahmen des Life-Programms und als natura 2000 Projekt.
26 Arten Wale und Delfine kommen vor Gomeras Küste teils ganzjährig, teils als Gäste vor, und das ist Weltrekord. Saisonal tauchen Pott-, Buckel- und Killerwal, Streifen- und Gemeiner Delfin auf. Pilotwale, Flecken-, Rauzahndelfine und Grosse Tümmler tummeln sich ganzjährig im Atlantik vor Gomera. Das Schutzgebiet Franja Marina ist gleichzeitig eines der am besten erforschten Meeresgebiete der Welt. |
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Die Langzeitbeobachtungen sind eine der wichtigsten Grundlagen, auf die beispielsweise das von 2003 bis 2005 durchgeführte Forschungsprojekt der SECAC (Sociedad para el Estudio de los Centaceos en el Archipielago Canarias) zurückgreift. Von der EU mit fast einer Millionen Euro gefördert, untersuchten die Wissenschaftler erstmals die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf das Verhalten der Meeressäuger. Fischer, Fähren und Tourismus befanden sich gleichermaßen im Visier der Wissenschaft. Im Dezember 2007 nannte Vidal Martin, Projektleiter der SECAC, die freiwilligen Whalewatching-Regularien auf La Gomera „vorbildlich“. Sie bilden den Kern einer Empfehlung der SECAC für zukünftige, gesetzliche Regelungen des Whalewatchings auf internationaler Ebene.
Pilotwal (rechts und oben)
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| Der Brydewal ist Sommergast von April bis September (oben und oben rechts) |
Fleckendelfine und eine Unechte Karettschildkröte (unten links) Gemeiner Delfin (unten) |
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Über das Whalewatching hinaus bietet La Gomera an der Nordküste der Insel eine weitere Attraktion, die gigantische Basaltsäulenformation „Los Organos“. Sie ist nur vom Meer aus in ihrer gesamten Ausdehnung zu sehen.
Die „Tina“ ist das einzige Schiff, das von Valle Gran Rey aus zum Whalewatching und zu der Felsformation Los Organos fährt. Weitere Informationen und Fotos findet Ihr unter
www.excursiones-tina.com
Die "Tina" rechts, darunter Kapitän
José-Miguel.
Die Felsformation "Los Organos"
(unten) |
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Auf der "Tina" vor Los Organos.
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In der Badepause (rechts unten) kocht der Kapitän persönlich. |
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